SAMYRA EGLI IM INTERVIEW
Samyra Egli backt wöchentlich, donnerstags und freitags, in ihrer Sauer Bar wohl die ehrlichsten Sauerteigbrote von St. Gallen. Kein Schnickschnack, nur hochwertige Zutaten, Gusto für die guten Dinge und echtes Bäckerinnenhandwerk. Im Format «SERVES in ÉMAÉ STUDIO» deckt Samyra mit drei Lieblingsrezepten auf, von geschlagener Butter über Panzanella bis zu Zimtschnecken. Ehrliche Gerichte, mit Sorgfalt gemacht und der richtigen Prise gute Laune. Samyra serviert – Bon Appétit.


Kannst du dich kurz vorstellen?
Ich bin Samyra, 42 Jahre alt, lebe mit meinem Partner und unserem siebenjährigen Sohn zusammen in der Stadt St. Gallen. Seit knapp einem Jahr bin ich selbstständig mit meiner eigenen kleinen Sauerteigbäckerei, die Idee hatte ich schon ne ganze Weile im Hinterkopf, und dann ging alles auf einmal schnell. Das hat mein Leben ziemlich auf den Kopf gestellt, im besten Sinne.
Seit einem Jahr gibt es dich mit der Sauer Bar nun in St. Gallen. Warum genau Sauerteigbrot?
Sauerteig habe ich 2015 in San Francisco kennen und lieben gelernt. Seither backe ich zu Hause mehr oder weniger wöchentlich Brot, das hat mich einfach nicht mehr losgelassen. Was mich am Sauerteig-Handwerk fasziniert, ist dieses Gespür, das man entwickeln muss: Man muss den Teig lesen können, spüren, was er gerade braucht. Das ist eine ganz eigene, schöne Arbeit, man arbeitet nicht am Teig, sondern mit ihm.
Wie sieht ein ganz normaler Arbeitstag mit der Sauer Bar aus?
Mittwoch und Freitag sind entspannter: mittwochs nur Teig, freitags nur Backen. Donnerstag ist der einzige Tag mit beidem und der einzige, an dem der Wecker um 5 Uhr klingelt. Donnerstag und Freitag liefere ich zuerst noch Brot an einen Bioladen, dann ab in den Laden. Verkauf ab 12 Uhr bis 18 Uhr, dann ist Feierabend. Am meisten Spass macht mir eigentlich der ganze Prozess: das Teigen, dieses Gespür, das man braucht, um zu spüren, was der Teig gerade will. Und dann der Nervenkitzel, der immer noch da ist, wenn die ersten Brote des Tages aus dem Ofen kommen. Dazu die Gespräche mit den Kund:innen im Laden. Kommt spontan jemand auf einen Apéro vorbei, wird auch mal bewirtet – genau diese Momente liebe ich.
Was ist die grösste Challenge beim Backen von Sauerteigbrot?
Die grösste Challenge ist wohl, dass der Sauerteig auf Temperatur, Luftfeuchtigkeit und die Jahreszeit reagiert. Es lässt sich nicht einfach nach Schema arbeiten, sondern man muss sich jeden Tag neu auf ihn einlassen. Und weil die Gär- und Ruhezeiten lang sind, lässt sich das auch nicht beschleunigen, wenn's mal eng wird, da braucht's Geduld, auch wenn der Alltag manchmal anders tickt.

Du sprichst oft von ehrlichem Brot, ohne Schnickschnack. Was bedeutet diese Ehrlichkeit für dich?
Ehrlichkeit heisst für mich in erster Linie: gute Produkte. Aber genauso ehrlich ist es, sich selbst nichts vorzumachen – wenn's mal eng wird in der Alltagsküche, greif ich auch mal zum Fertigprodukt oder bestelle was. Das gehört für mich genauso zur Ehrlichkeit wie der Anspruch an gute Zutaten.
Wie kochst du privat als Samyra? Und gibt es bei euch jeden Tag frisches Brot?
Privat sieht meine Küche meist ziemlich simpel aus: ein Curry, Chäschnöpfli, ein Salat, dazu Brot, Käse und Aufschnitt. Kommt Besuch oder habe ich mal Zeit, koche ich aber auch gerne mal ein Menü. Brot gibt's bei uns tatsächlich jeden Tag, zum Glück habe ich eine Gefriertruhe, damit ist eigentlich immer frisches Brot da.
Woher nimmst du Inspiration und Kreativität für Neues, woher kommen deine Ideen?
Meine Ideen kommen aus meinem bunten Leben, aus Begegnungen mit Menschen, Gesprächen, kleinen Momenten im Alltag. Inspiration ist für mich weniger ein bewusstes Suchen, sondern entsteht nebenbei, wenn ich mit offenen Augen unterwegs bin.
Was ist das Lieblingsessen von deinem Sohn bei euch zuhause?
Fischstäbchen mit Rahmspinat und Bratkartoffeln.

Du bist Unternehmerin, Mama und machst viel Sport. Was ist dein Geheimnis, alles unter einen Hut zu bringen?
Ein Geheimnis gibt's eigentlich nicht, es ist eine Entscheidung, meine Leidenschaft zu leben. Und hier habe ich mich bewusst dafür entschieden, dafür auch mit weniger auszukommen.
Du hast deine Lieblingsrezepte mit uns gekocht und warum hast du dich für diese 3 Gerichte entschieden?
Die geschlagene Butter, weil es so etwas Simples ist und ich finde, es gibt nichts Besseres zu frischem Sauerteigbrot. Panzanella mache ich gerne, wenn mal Brot übrig ist, eine schöne Art, nichts zu verschwenden. Und die Zimtschnecken backe ich schon seit vielen Jahren, ich liebe sie einfach, genauso wie meine Freunde und meine Familie.
Welche Dinge sind dir beim Backen und Kochen besonders wichtig?
Gute Produkte und Zeit, wobei Letzteres im Alltag leider nicht immer da ist. Aber wenn ich sie habe, macht genau das den Unterschied.
Du hast privat auch viel unserem Geschirr. Was überzeugt dich an Emaille und wofür nutzt du es am liebsten?
Was mich an Emaille und Émaé überzeugt: Es ist robust, sieht schön aus und kann direkt vom Ofen auf den Tisch, ideal für mich. Am liebsten nutze ich es für Zimtschnecken, aber natürlich auch fürs Frühstück, Picknicks oder den Zvieri mit meinem Sohn und seinen Freunden oder zum Servieren diverser Gerichte.

Welches Stück und Farbkombination ist dein Favorit und warum?
Die RIM-Plates und Bowls liebe ich in Onyx/Mokka , es passt auch zu unserem Alltagsgeschirr.
Sauer Bar und ÉMAÉ STUDIO teilen Werte wie Handwerk, Ehrlichkeit, Gemeinschaft. Wo siehst du diese Verbindung am deutlichsten?
Am deutlichsten seh ich's im Handwerk und in der Ehrlichkeit. Aber eigentlich vor allem in Nadia und Ramon, die stecken genauso viel Liebe und Leidenschaft in ÉMAÉ STUDIO wie ich in die Sauer Bar. Zudem stecken wir alle in ähnlichen Lebenslagen, mit Kindern und Business gleichzeitig – das macht den Austausch mit ihnen besonders spannend. Das verbindet uns, würd ich sagen.
Fotografie: Laurin Bleiker
Location: Showroom, Agosti Meier
Verfasst von ÉMAÉ STUDIO am 9. Oktober 2026